Oud Beersel
Oud Beersel ist eine historische belgische Gueuzerie, die 1882 in Beersel gegründet wurde. Sie ist bekannt für ihre Lambics, Oude Geuzes, Oude Krieks und traditionellen Fruchtvarianten, die nach klassischen Methoden der Spontanvergärung hergestellt werden.
Brew in :
Beersel - Belgien
Die Gueuzerie Oud Beersel hat ihre Ursprünge im Jahr 1882, als Henri Vandervelden eine Geuze-Brennerei in Beersel im Pajottenland eröffnete, einer der historischen Wiegen des belgischen Lambics. Ab dem frühen 20. Jahrhundert setzte seine Familie die Entwicklung der Produktion fort: Sein Sohn Pierre hielt den Betrieb bis 1947 aufrecht, woraufhin Egidius, ein weiterer Sohn, vor dem Zweiten Weltkrieg einen Bauernhof in eine Produktionsstätte umwandelte.
Angesichts des fortschreitenden Verschwindens traditioneller Lambic-Biere schloss Oud Beersel im Jahr 2002 mangels eines Nachfolgers. Im Jahr 2005 belebten Gert Christiaens und Roland De Bus die Produktion wieder, indem sie das Unternehmen übernahmen, die Verfahren restaurierten und schrittweise die klassischen Produkte wieder einführten. Das Haus ist heute eine der wenigen noch aktiven traditionellen Gueuzerien. Sie ist Mitglied von HORAL, dem Verband zum Schutz und zur Förderung von Bieren aus Spontanvergärung, was ihre Produktion fest in den historischen Standards des Lambics verankert.
Methode und Identität:
Oud Beersel produziert die ikonischen Stile des belgischen Lambics:
- Traditionelles Lambic, spontan vergoren und anschließend mehrere Jahre in Eichenfässern gereift.
- Oude Geuze: Verschnitt aus Lambics verschiedenen Alters mit Flaschengärung, was zu einem säuerlichen, oft fruchtigen und komplexen Profil führt.
- Oude Kriek und andere Fruchtbiere, bei denen Früchte wie Kirschen im Lambic mazeriert werden, bevor sie verschnitten und in der Flasche nachvergoren werden.
Die Biere von Oud Beersel werden mittels Spontanvergärung hergestellt, bei der die Würze den natürlichen wilden Hefen der Region ausgesetzt wird. Anschließend reifen sie vor dem Verschnitt in Fässern – eine Methode, die tief im Terroir des Pajottenlandes verwurzelt ist.
Geschichte und Entwicklung:
Nach der Übernahme im Jahr 2005 diversifizierte die Gueuzerie ihr Angebot, blieb jedoch diesen Techniken treu. Zunächst wurden handwerkliche Biere wie das Bersalis Tripel (kein Lambic) eingeführt, um die Anlagen zu finanzieren, bevor 2007 die klassischen Oude Gueuze und Oude Kriek wieder auf den Markt kamen. Der Ruf von Oud Beersel hat sich international gefestigt, sowohl durch die Beständigkeit ihrer traditionellen Blends als auch durch Innovationen bei der Veredelung von Lambics, teilweise in Fässern, die zuvor andere Flüssigkeiten enthielten, um die Aromenpalette zu bereichern.
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